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Ratgeber · Fahreignung 2026

MPU wegen Alkohol am Steuer – was nun? Das solltest du 2026 wissen

Du wurdest mit Alkohol am Steuer erwischt – und jetzt schwirren dir ziemlich viele Fragen durch den Kopf: Ist mein Führerschein weg? Muss ich zur MPU? Wie lange dauert das? Brauche ich einen Abstinenznachweis? Wir ordnen deine Situation Schritt für Schritt ein.

Das Wichtigste zuerst

Eine Alkoholfahrt bedeutet nicht automatisch, dass du eine MPU machen musst. Entscheidend sind dein Alkoholwert, frühere Auffälligkeiten und die weiteren Umstände deines Falls.

Die wichtigsten Promillegrenzen im Überblick

0,5Promille
Ordnungswidrigkeit

Ab 0,5 Promille (bzw. 0,25 mg/l Atemalkohol) liegt grundsätzlich eine Ordnungswidrigkeit vor. Ein erstmaliger Verstoß ohne Besonderheiten führt nicht automatisch zur MPU.

1,1Promille
Absolute Fahruntüchtigkeit

Bei Kraftfahrern gilt ab 1,1 Promille absolute Fahruntüchtigkeit. Eine Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB kann strafbar sein – das ist aber nicht der MPU-Grenzwert.

1,6Promille
MPU nach § 13 FeV

Ab 1,6 Promille (bzw. 0,8 mg/l) sieht § 13 FeV die Anordnung einer MPU ausdrücklich vor.

Wann muss ich wegen Alkohol zur MPU?

Die Fahrerlaubnis-Verordnung nennt mehrere Situationen, in denen die Behörde ein medizinisch-psychologisches Gutachten verlangen muss. Besonders relevant sind drei Fälle:

  • Du bist mit 1,6 Promille oder mehr gefahren.
  • Du bist wiederholt unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr aufgefallen.
  • Es liegen andere Tatsachen vor, die auf Alkoholmissbrauch schließen lassen.

Ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille bzw. 0,8 mg/l Atemalkohol sieht § 13 FeV die MPU ausdrücklich vor. Aber auch darunter kann sie zum Thema werden – vor allem bei früheren Alkoholverstößen.

Kann ich auch unter 1,6 Promille eine MPU bekommen?

Ja. Die 1,6-Promille-Grenze ist nicht die einzige Grundlage für eine Alkohol-MPU. Sie ist nach § 13 FeV auch vorgesehen, wenn jemand wiederholt Zuwiderhandlungen unter Alkoholeinfluss begangen hat.

Führerschein weg – bedeutet das automatisch MPU?

Nein. Entzug der Fahrerlaubnis und MPU sind nicht dasselbe. Bei einer strafbaren Trunkenheitsfahrt kann das Gericht die Fahrerlaubnis entziehen. Beantragst du später eine neue, prüft die Behörde, ob Zweifel an deiner Fahreignung bestehen – und ob eine MPU erforderlich ist.

Alkoholfahrt → Strafverfahren → Fahrerlaubnisentzug → Sperrfrist → Antrag auf Neuerteilung → Prüfung durch die Behörde → ggf. MPU

Ich wurde gerade erwischt – was jetzt?

Der größte Fehler: monatelang abwarten und hoffen, dass sich das Problem von selbst erledigt. Nutze die Zeit stattdessen aktiv.

  • Finde deinen genauen Alkoholwert heraus – Blut- und Atemalkohol, Messzeitpunkt, Ausfallerscheinungen.
  • Prüfe deine Vorgeschichte – war es wirklich dein erster Verstoß?
  • Warte nicht auf die MPU-Anordnung – eine Vorbereitung braucht Vorlauf.

Muss ich für eine Alkohol-MPU abstinent leben?

Nicht automatisch. Nicht jeder braucht zwölf Monate Abstinenz. Entscheidend ist, welche Alkoholproblematik tatsächlich vorliegt. Je nach Vorgeschichte kann ein dauerhaft kontrollierter Umgang genügen – in anderen Fällen ist stabile Abstinenz notwendig.

Was passiert bei der Alkohol-MPU?

Die MPU ist keine Prüfung mit auswendig gelernten Antworten. Im Zentrum steht die psychologische Aufarbeitung. Der Gutachter will nachvollziehen können, warum die Fahrt passiert ist, wie dein Konsum vorher aussah und warum sich das heute nicht wiederholt.

„Ich habe meinen Fehler verstanden und mache das nie wieder.“ – das reicht in der Regel nicht. Der Gutachter muss deine Veränderung nachvollziehen können.

Wie lange sollte ich mich vorbereiten?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt vom Grund der Anordnung, deinem Alkoholwert, früheren Verstößen, deinem bisherigen Konsum und der Frage ab, ob Abstinenznachweise erforderlich sind. Eine frühe Einschätzung spart viel Zeit – gerade wenn ein Nachweis über mehrere Monate nötig wird.

Häufige Fragen zur Alkohol-MPU

Nein. Ab 0,5 Promille liegt grundsätzlich eine Ordnungswidrigkeit vor. Ein erstmaliger Verstoß ohne weitere Besonderheiten führt in der Regel nicht automatisch zur MPU.
MC
Über den AutorMichael CraemerVerkehrspsychologischer Berater · Gründer 123MPU

Michael Craemer begleitet seit über 15 Jahren Betroffene durch die MPU. Er kennt jede Fragestellung der Fahrerlaubnisbehörden und weiß, worauf es bei der Aufarbeitung wirklich ankommt.

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick zum Stand 2026 und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Die konkrete Bewertung hängt immer vom Einzelfall und der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde ab.